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Im November waren meine Seven Summits Freude und ich in Argentinen. Was werden Bergsteiger mit Ziel die Seven Summits zu besteigen wohl in Argentinien machen?
Richtig, den Aconcagua besteigen.
Dieses mal waren wir lediglich zu dritt. Es ist früh an der Jahreszeit und am Berg noch kalt und windig wie immer. Wir müßen in Puente del Inca auf den 15. November warten, den Tag an dem der Aconcagua Park öffnet. Wir hatten uns in Mendoza die erste Genehmigung zur Besteigung des Aconcagua besorgt. Spät am Nachmittag waren wir wieder die ersten in der Besteigungssaison die den Park betreten.
An diesem Abend noch erreichen wir Confluencia. Ein staubiger Lagerplatz auf circa ein drittel der Wegstrecke des Horcones Tales, auf dem Weg zum Basilager am Platza de Mulas. Am darauffolgenden steht uns ein 9stündiger, 18 km langer Marsch bevor. Angekommen auf der Plaza de Mulas haben wir die Qual der Wahl den besten und günstigsten Zeltplatz auszusuchen, da wir ja die ersten sind. Das glaubten wir taten wir auch. Die Parkranger heißen uns willkommen.
Also machen wir es uns richtig heimelig. Wir bedienen uns der herumliegenden Utensilien wie z. B. Bretter, die als Tisch dienen und die Plastikstühle von den Expeditions Organisatoren, die demnächst ihren Betrieb aufnehmen.
Gleich am darauffolgenden Tag unternehmen wir bereits eine kleine Tour in Richtung Aconcagua. Zum Zeitvertreib und zum anregen des Kreislaufes. Wir merken, Bewegung tut gut. Bereits wiederum einen Tag später brechen wir, mit einem North Face VE25 im Gepäck in Richtung Berg auf. Nach dem Motto geh hoch und schlaf niedriger, plazieren wir unser Zelt am Lager Kanada 4900 m auf, steigen aber noch zum 300 Hm höher gelegnen Lager Cambio Dipendencia auf. Tags darauf erreichen wir das wichtige Lager Nido di Condores 5350 m. Als zweites Lager dient uns ein Container, der eigentlich für die Polizei aus Mendoza gedacht ist. Da er aber nicht verschlossen ist, entschließen wir darin zu übernachten. Der kommende Tag bringt uns bis zum Lager Berlin 5700 m, das vor Müll überquillt. Hier verweilen wir einige Zeit. Im Anschluß daran steigen wir ab nach Plaza de Mulas. Fanden unser Zelt 10 cm unter Wasser vor. Tagsüber hatte ein unterirdischer Abfluß wohl die Richtung gewechselt.
Nachdem wir in der Höhe einige Nächte schlecht schliefen, mäßig gut asen und auch Kopfweh hatten aushalten müßen gönnen wir uns einige Tage Pause. Essen, Trinken und regenerieren. Auch die Phase der Akklimatisation betrachten wir als abgeschloßen. Der nächste vorstoß wird dem Gipfel gelten.
Mittlerweile hat das Rifugio Plaza de Mulas geöffnet. Was wir ausnüzten und; Gemüse Suppe, 2 beef de lomo, insalata, dulce de lecce, 4 Bier und 1 Flasche Wein bestellen und konsumieren, aber pro Kopf.
Nach 3 Pausetage brechen wir in Richtung Gipfel auf. Schwer lasten unsere überdimensionierten Rucksäcke auf unseren Schultern. Der zick zack Weg durch den vulkanischen Schotter ist auch nicht gerade motivierend. Das erste Lager das wir beziehen ist Cambio Dipendencia. Das wichtige Lager Nido di Condores lassen wir uns und schlagen unser Zelt im Lager Berlin auf. Das Wetter scheint gut zu sein. Allerdings windig und relativ kalt. Am Gipfeltag wollen wir nicht den Fehler begehen und zu früh bzw. in der Nacht starten da bereits einige Gipfelversuche an den kalten Nachttemperaturen gescheitert sind. Schlag 8 stehen wir gestiefel, geschniegelt und geschneuzt marschbreit vor dem Zelt. Auf eine mittelprächtige Nacht folgt ein langer Tag. Es ist sehr windig und kalt. Wir kommen nur langsam voran.
Erst zur Mittagszeit erreichen wir die berühmt berüchtigte Canaletta. Eine Schotterrinne die den gehrythmus ein Schritt nach vorne und 2 Schritt zurück unterstützt. Plötzlich sehen wir jemanden von oben kommen. Ein Deutscher berichtet 30 m vor dem Gipfel aufgrund des Windes aufgegben zu haben. Das durfte uns nicht passieren und wenn wir kriechend den Gipfel erreichen. Gegen 16.30 war es dann soweit. Bei nur mäßigem Wind stehen wir auf dem Dach Amerikas. Völlig fertig aber glücklich. Wir fallen und in die Arme und fotografieren wie wild. Dieser unvergessliche Moment wird uns wohl ein leben lang in Erinnerung bleiben.
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