Bergführer Dolomiten Chronik
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Steile Langkofelscharte, weltbekanntes Mittagstal

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Das Telefon läutet. Zwei Holländer wollen, wie es klingt so ganz nebenbei, von der Seiser Alm auf die Langkofelscharte steigen, auf das Sellajoch abfahren, mit der Seilbahn auf den Piz Pordoi fahren und nach Möglichkeit vor Einbruch der Dunkelheit das Mittagstal abfahren.

Treffpunkt 9 Uhr am Saltria-Sessellift. Da dieser heute nicht in Betreib ist, benützen wir den Skibus nach Monte Pana und fahren bis zu den Cunfin Böden. Über die weiten Wiesen steigen wir bis unterhalb der Langkofel Hütte. Über einen flachen Boden gelangen wir bis unterhalb des steilen Schlussanstieges der Langkoflelscharte. Meine anfangs befürchtete Lawinengefahr der Gefahrenstufe 3 trifft nicht zu. Mit einem 2er kann man diesen Hang gut angehen. Angestrengt winden wir uns, Kehre um Kehre durch die steilen Spitzkehren bis hoch auf die Langkofelscharte.

Mit einem Traumausblick von der Langkofelscharte werden wir für alle Mühen entschädigt: Marmolada, Civetta, Sella. Nach dem Abfellen und einer kurzen Pause stürzen wir uns in die steile Abfahrt in Richtung Sella Joch. Die Welt liegt uns zu Füßen. Mit der Skischaukel des Superdolomiti Skiresort stehen wir alsbald am Piz Pordoi 2950 m. Nach einer kurzen, zackigen Abfahrt gelangen wir auf die Pordoi Scharte, wo wir auffellen und in Richtung Piz Boe´ spuren. Es sieht so aus, als wären wir die Letzten des heutigen Tages, die sich ins Mittagstal wagen. Wie wird die Einfahrt ins Mittagstal sein? Finden wir eine steile Wächte, oder das offene Canyon vor uns?

Eine steile Buckelpiste gibt die Einfahrt frei. Teils ausgefahrene Piste, teils Puverschnee, teils zerfahrene Hänge, so prästentiert sich uns eine der bekanntesten Skivarianten. Nach weiteren 1200 m Skiabfahrt im freiem Gelände erreichen wir rechtzeitig das Skikarusell der Sellaronda, das uns wieder zurück nach Monte Pana bringt. Mit dem allerletzten Skibus und hundemüde erreichen wir Saltria, wo wir uns ein wohlwerdientes Apres Ski Bier bestellen und nochmals sehnsüchtig in die Abendlicht durchflutete Scharte hochgucken. Fazit: auch Holländer können sehr gut Tiefschnee fahren.

 


 
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