Kurzfristig haben wir die sonntagliche Skitour ins Gsieser Tal verlegt. Nachdem unser anvisiertes Ziel zu leicht erscheint. Im Norden der Dolomiten, im rechten Winkel zum Alpenhauptkamm befindet sich das Gsieser Tal. Bekannt geworden eigentlich erst in den letzten Jahren. Wir sollten das zurecht feststellen. Einen Start ohne Gasthausbesuch schaffen wir auch diesmal nicht. Das scheint wohl ein teil der Südtiroler Kultur zu sein. Aber bei den - 20,5° Celsius, das wir vom Wageninneren aus messen kann eine Capuccino Pause sich nur positiv auf die Temperaturen auswirken. Zu guter letzt hilft alles nichts. Tief durchatmen, auffellen und los geht es.
Entlang der Rodelbahn, entlang eines Baches führt uns der Weg in einen steilen Wald. Den Waldrand erreicht Zeigt sich uns ein erster Ausblick in Richtung Dolomiten. Die Kipfer Alm lädt zu einer Trinkrast ein. Weite Hänge leiten uns auf einen großen Flachen Boden. Hier benützen wir erstmals die Landkarte um den Gipfel zu bestimmen. Verschiedene Meinungen und verschiedenartig interpretierte Landkarte lassen es zu dass noch zwei Gipfel als die Richtigen in Frage kommen. Bald schon zeigt sich dass der Richtige Gipfel gleich neben der Roten Scharte sein muss.
Der Höhenmesser pendelt sich immer mehr bei der Gipfelhöhe des Rotlahner ein. Als dann 2732 m auf dem Höhenmesser aufscheinen und ein Großer Gipfelsteinmann in Sicht ist, wissen wir, wir haben den Gipfel des Rotlahner erreicht. Die Aussicht kennt keine Grenzen. Alles was in den Dolomiten Rang und Namen hat ist zu sehen. einschließlich der Ortlergruppe im S-W. Unter uns das benachbarte Vilgratten Tal, das an Südtirol angrenzt aber in O-Tirol liegt. Eine ausgiebige Gipfeljause lässt uns wieder zu Kräften kommen. Klamm werdende Finger mahnen zum Aufbruch. Übermütig stürzen wir uns in den Steilen Gipfelhang, der relativ leicht zu fahren ist, weil er fast zur Skipiste aufgefahren war.
Im Mittelteil erwartet uns eine Mischung zwischen Pulverschnee und leicht verwitterte Oberfläche. Noch einmal volle Konzentration erfordert der steile Waldgürtel. Sauer werdende Waden lassen unsere Kurven weniger elegant aussehen. Entschädigt werden wir noch einmal beim befahren der Rodelbahn. Einfach draufstehen und laufen lassen. So kann man sich einen gelungenen Sonntag vorstellen. |